Lehre Seminare
Zivilrechtliches dogmenhistorisch-rechtsvergleichendes Seminar („Skiseminar“): Gescheiterte Gesetzgebung in der Privatrechtsgeschichte
(Civil law seminar on the history of dogma and comparative law ("ski seminar"): Failed Legislation in the History of Private Law)
ab 4 Semester, je nach Thema und mit Absprache auch frühere Semester, 2 SWS, Pflichtveranstaltung/Schwerpunktbereichsveranstaltung (SB 1)/Ergänzungsveranstaltung
Unterrichts-/Lehrsprache: Deutsch
Vorkenntnisse: Stoff der zivilrechtlichen und rechthistorischen Vorlesungen bis einschließlich 4. Semester
Blockveranstaltung voraussichtlich 13.03.-20.03.2027, Donnersbach/Steiermark Österreich
Prüfungsart: Seminararbeit und -referat, Studienarbeit im Schwerpunktbereich 1 (Rechtsgeschichte und historische Rechtsvergleichung) möglich

Inhalt:
Das Seminar behandelt zum einen nicht umgesetzte Entwürfe von Zivilgesetzbüchern, zum anderen Privatrechtsinstitute, die nicht Gesetz wurden. Der Bogen der gescheiterten Gesetzentwürfe reicht von Leibniz‘ Corpus iuris reconcinnatum („Das wiederhergestellte Corpus iuris“, 1672) über Gesetzentwürfe des 18., 19. und 20. Jahrhunderts bis zum Entwurf eines Gemeinsamen Europäischen Kaufrechts (GEK, 2011). Bei den privatrechtlichen Instituten geht es etwa um die laesio enormis („Verkürzung um die Hälfte“) und die clausula rebus sic stantibus („Klausel fortbestehender Umstände/Geschäftsgrundlage“), die in das deutsche BGB von 1896/1900 nicht übernommen wurden, oder um das sachenrechtliche Abstraktionsprinzip und den gutgläubigen Erwerb, die die Verfasser des ZGB der DDR von 1975/76 als zu „bürgerlich“ ablehnten.
The seminar examines both not enacted drafts of civil codes and private law concepts that failed to become law. The scope of these failed legislative proposals ranges from Leibniz’s Corpus iuris reconcinnatum (“The Restored Corpus Iuris”, 1672) and drafts from the 18th, 19th, and 20th centuries to the proposal for a Common European Sales Law (CESL, 2011). Regarding private law concepts, the discussion covers, for instance, laesio enormis and the clausula rebus sic stantibus—neither of which was adopted into the German Civil Code (BGB) of 1896/1900—as well as the abstraction principle in property law and the concept of good-faith acquisition, both of which the drafters of the 1975/76 Civil Code of the GDR rejected as being too “bourgeois.”

Anmerkungen:
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bei Interesse wenden Sie sich daher bitte möglichst früh an Frau Jutta Grühbaum im Lehrstuhlsekretariat (sekretariat.hattenhauer@igr.uni-heidelberg.de). Die Vorbesprechungen erfolgen online voraussichtlich Ende November 2026 und Mitte Januar 2027.
Das Seminar findet gemeinsam mit Teilnehmern aus Münster und Linz als „Skiseminar“ statt (Unterkunft: Ertlschweigerhaus, Skigebiete: Planneralm und Riesneralm, Gelegenheit zu Skitouren). Auch dank Unterstützung der Heidelberger Rechtshistorischen Gesellschaft betragen die Kosten für Fahrt, Unterkunft und selbst organisierte Verpflegung etwa 335 €. Informationen sowie Eindrücke der vergangenen Seminare auf der Homepage des Lehrstuhls folgen.
Bitte belegen Sie den Kurs in HeiCo.
Kloster Bronnbach
Regelmäßig findet im Herbst ein zivilrechtlich-dogmenhistorisches Seminar im ehemaligen Zisterzienserkloster Bronnbach (Wertheim) statt.
Untergebracht sind wir auf dem Gelände der ehemaligen Klostermühle im Ferienhof Ebenmühle.
Getagt wird in den schönen Räumen des Staatsarchivs Wertheim im „Krankenbau“ des ehemaligen Klosters.
Das Seminar wird zu Beginn des Sommersemesters angekündigt. Nähre Informationen finden Sie dann auch an dieser Stelle.
Die Teilnahme wird voraussichtlich von der Heidelberg Rechtshistorischen Gesellschaft e.V. bezuschusst.






