Prof. Dr. Seibert-Fohr, LL.M. (GWU) - Zur Person

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Professor Dr. Anja Seibert-Fohr ist Direktorin des Instituts für Staatsrecht, Verfassungslehre und Rechtsphilosophie und hat den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Menschenrechte inne.

Als Inhaberin der Hengstberger-Professur für Grund- und Zukunftsfragen des Rechtsstaats widmet sie sich in Forschung und Lehre den aktuellen Herausforderungen, die durch die zunehmende Internationalisierung unserer Lebenswelt für die Bindung an Recht und Gesetz entstanden sind.  Im Rahmen der Heidelberger Exzellenzinitiative veranstaltete sie im Mai 2018 eine interdisziplinäre Expertentagung zum Thema „Entgrenzte Verantwortung“.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Als unabhängige Expertin gehörte sie nach ihrer Wahl durch die Vertragsstaatenkonferenz in New York dem Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen fünf Jahre lang an und fungierte u.a. von 2015 bis 2017 als dessen Vizepräsidentin. Der Ausschuss, dem die Überwachung des Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte in 172 Vertragsstaaten obliegt, nimmt im Rahmen seines Individualbeschwerdeverfahrens gerichtsähnliche Funktionen wahr. Seit 2017 gehört Frau Seibert-Fohr dem Präsidium der Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen an. Der Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit liegt im Bereich des Völkerrechts, insbesondere des Europäischen und Internationalen Menschenrechtsschutzes, des Verfassungsrechts und der Rechtsvergleichung. Eine international anerkannte Studie zu richterlicher Unabhängigkeit veröffentlichte Frau Seibert-Fohr unter dem Titel "Judicial Independence in Transition". Auf Einladung des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bzw. des Europarats trägt sie seit einigen Jahren regelmäßig auf Fachtagungen zu unterschiedlichen Themen des Regionalen und Internationalen Menschenrechtsschutzes vor, u.a. zu Beweisfragen im Falle systematischen Menschenrechtsverletzungen, zum Schutz richterlicher Unabhängigkeit in Europa, dem Einfluss der europäischen Staatenpraxis auf die Auslegung der Europäischen Menschenrechtskonvention, die Bedeutung des universellen Menschenrechtsschutzes für die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und die Herleitung von Bestrafungspflichten aus der EMRK. Im Juli 2018 folgte sie einer Einladung des Inter-Amerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte anlässlich seiner 40-Jahrfeier und hielt auf der wissenschaftlichen Eröffnungstagung, die der Gerichtshof zusammen mit dem Europäischen und Afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte durchführte, eine Keynote.

 

 

 

 

 

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Bis zu ihrer Berufung an die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg war Prof. Dr. Seibert-Fohr geschäftsführende Direktorin des Instituts für Völkerrecht und Europarecht und Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Menschenrechte an der Georg-August-Universität in Göttingen. Dort organisierte sie u.a. mit dem damaligen Sektionspräsidenten des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, Mark Villiger, eine Tagung zum Thema „Judgments of the European Court of Human Rights – Effects and Implementation“, an welcher neben dem damaligen Gerichtspräsidenten Dean Spielmann zahlreiche weitere Richter des Straßburger Gerichtshofs, Oberste Richter nationaler Gerichte, sowie namhafte Vertreter der Rechtswissenschaften und der Praxis aus verschiedenen Europaratsstaaten teilnahmen.

Vor ihrer Zeit in Göttingen hatte Frau Seibert-Fohr die Leitung der Minerva Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht inne, die sich mit aktuellen Fragen richterlicher Unabhängigkeit aus staatsrechtlicher, rechtsvergleichender und völkerrechtlicher Perspektive beschäftigte. Mit ihrer Forschungsgruppe führte sie in Zusammenarbeit mit der OSZE von 2008 bis 2010 ein Projekt zur Förderung richterlicher Unabhängigkeit in Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus durch. Aus dem Forschungsprojekt gingen die Kyiv Recommendations on Judicial Independence hervor, die seither der OSZE als Grundlage der Rechtsstaatsarbeit im Bereich der Justiz dienen.

Während ihrer Zeit am Max-Planck-Institut nahm die ehemalige Stipendiatin der Studienstiftung Lehraufträge der Universitäten Heidelberg und Mannheim und Einladungen zu Forschungsaufenthalten an der Cambridge University (2010) und an der Georgetown University (2009) wahr. Darüber hinaus begleitete sie als Rechtsberaterin mehrere bundesdeutsche Delegationen zu OSZE-Konferenzen im Bereich der Menschenrechte. In den Jahren 2011-12 war sie außerdem Mitglied der Akademischen Gründungskommission der Internationalen Akademie Nürnberger Prinzipien.

Die Mutter von drei Kindern habilitierte sich mit der Schrift „Verfassungsrichter: Ihre Funktion und Legitimation in der rechtsstaatlichen Demokratie“ an der Juristischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Promoviert wurde sie in den Vereinigten Staaten, nachdem sie dort einen „Master of International and Comparative Law“ erworben hatte. Ihre Dissertation wurde von Professor Thomas Buergenthal, seinerzeit Richter des Internationalen Gerichtshof, betreut und erschien unter dem Titel "Prosecuting Serious Human Rights Violations" bei Oxford University Press. Außerdem ist sie Mitherausgeberin des Kommentars "Max Planck Commentary on WTO - Technical Barriers and SPS Measures" und der zweibändigen Festschrift "Coexistence, Cooperation and Solidarity - Liber Amicorum Rüdiger Wolfrum".

 
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Letzte Änderung: 14.11.2018
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